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Aug 17

Nacht ist der Tag – Peter Stamm

Wieder hat die Unvernunft zugeschlagen. Ich dachte, ich les mal was von nem schweizer Autor. Immerhin wird er ja grad ein wenig gehypet.

Warum Unvernunft? Ich hab vor etwa 10 Jahren „rausgefunden“, dass Bücher mit Titeln die nicht wirklich Sinn ergeben, für mich persönlich nix sind. Meine letzten solchen Bücher, die mich damals zu dieser Erkenntnis trieben, waren „Im Dunkeln der Tod“ von wem weiss ich… und „Der Wald ist Schweigen“ von Gisa Klönne. Ich hielt mich dran bis zu diesem Flop.

Der Klappentext las sich für mich sehr interessant, ich konnte mir viele interessante Wendungen vorstellen.

Klappentext (kopiert von Weltbild.ch): <<Gillian ist eine erfolgreiche Fernsehmoderatorin, sie ist eine schöne Frau, sie führt eine abgesicherte Beziehung mit Matthias, sie hat ihr Leben unter Kontrolle. Eines Nachts hat das Paar nach einem Streit einen Unfall, ihr Wagen rammt auf nasser Strasse ein Reh. Matthias stirbt, sie erwacht im Krankenhaus. Mit einem zerstörten Gesicht. Erst langsam setzt sich ihr Leben wieder zusammen und eine Geschichte aus der Vergangenheit wird zu einer möglichen Zukunft.
Eindringlich, mit leisen Worten und unausweichlichen Bildern erzählt Peter Stamms neuer grosser Roman von einer Frau, die ihr Leben verliert, aber am Leben bleiben muss eine Tragödie, die zu einem Neuanfang wird.>>

Nun, meine Erwartungen eine Geschichte zu lesen, die sich damit beschäftigt dass ein Leben von einer Sekunde auf die andere ganz anders verlaufen kann, wurden jäh enttäuscht.

Ich las in sehr kurzen emotionslosen Sätzen (scheinbar die Stärke Peter Stamms) eine langweilige Geschichte über eine Frau. Diese bleibt bis zum Ende ohne Kontur, ohne Tiefe, ohne irgendwas. Nicht dass sie als oberflächlich beschrieben wird, da ist einfach gar nichts. Sie trifft zweimal auf einen Künstler, einmal vor, einmal nach dem Unfall. Dieser Künster, Hubert, ist die zweite Hauptfigur, im zweiten Teil des Buches erfährt man mehr über ihn. Also „mehr“ ist relativ. Er ist halt Künstler, ruppig, unsympathisch. Ich fand keinerlei Zugang zu der Figur. Auch sein Schaffenstief ist Teil der Geschichte, bleibt aber völlig uninteressant. Warum die beiden sich miteinander abgeben? Keine Ahnung. Er ist abweisend, unaufmerksam und nicht interessiert an Gillian und sie fühlt sich auch nicht richtig zu ihm hingezogen.

Es macht richtig Laune zu lesen was die beiden umtreibt – NICHT.

Achja, auch toll: Die  Zeit die mich interessiert hätte, wo die Akteurin sich klar wird was sie verloren hat, was ihr geblieben ist, was sie jetzt machen soll etc. etc. wird … *trommelwirbel* … mit einem 6-Jahres-Zeitsprung übersprungen. Grosses Kino. Echt.

Ein weiterer Negativpunkt: Es gibt im Buch viel direkte Rede, aber kein einziges Anführungs- oder Schlusszeichen. Sehr lesefreundlich, Daumen runter.

Fazit: Kauft das Buch nicht. Ausser ihr braucht grad zwei Stück Karton für irgendwas…

Ja, vielleicht bin ich einfach zu verstockt und die hochstehende Literatur bleibt mir verschlossen. Keine Ahnung.

 

 

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